Deutschland unter den Top-Standorten für Venture Capital

Deutschland befindet sich nach den USA und China auf Platz drei der Top-Standorte für Venture Capital. Es konnte in 2014 das höchste Investitionsvolumen von Risikokapital seit 2009 erreicht werden. Trotzdem besteht im Vergleich zu den USA und China noch erheblicher Nachholbedarf. Investoren zeigen aber eine verstärkte Bereitschaft, immer höhere Beträge zu zahlen. Junge Unternehmen und Start-ups haben 2014 weltweit knapp 87 Mrd. USD Risikokapital erhalten – 62% mehr als 2013 und so viel wie seit dem Internethype zu Beginn des Jahrtausends nicht mehr. Damals investierten die Geldgeber 116 Mrd. USD.

Unter den Top-Standorten für Venture Capital (VC) belegt Deutschland mit 2,9 Mrd. USD bereitgestelltem Kapital Rang drei. Seit 2009 waren die Investitionen hierzulande nicht mehr so hoch. Mit Abstand am meisten Geld können regelmäßig junge US-Firmen einwerben: Im Vergleich zum Vorjahr legte der gesamte US-Markt 2014 um 47% auf 52,1 Mrd. USD zu und behauptet damit mit einigem Abstand Platz eins der Top VC-Standorte. Auf Platz zwei folgt China, wo sich das Investitionsvolumen von 4,8 auf 15,5 Mrd. USD mehr als verdreifacht hat. Nach Europa flossen insgesamt 10,6 Mrd. USD, 27% mehr als im Vorjahr. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die den weltweiten Risikokapitalmarkt untersucht.

Betrachtet man die VC-Investitionen nach Regionen, befinden sich unter den Top Fünf im weltweiten Ranking gleich vier US-amerikanische Regionen, angeführt von der Bay Area um San Francisco, zu der auch das Silicon Valley gehört. Mit 24,8 Mrd. USD flossen deutlich mehr als ein Viertel aller weltweiten VC-Investitionen allein in diese Region. Auf Platz zwei folgt die chinesische Hauptstadt Peking mit 7,7 Mrd. USD. Beim Regionen-Vergleich belegen Deutschland und Großbritannien die Plätze sechs und sieben. Insgesamt zeigt sich aber, dass sich auch in Deutschland der Zugang zu VC für Start-ups und junge Unternehmen in den vergangenen Jahren signifikant verbessert hat: Mit Investitionen von 923 bzw. 823 Mio. USD in den Jahren 2010 und 2011 belegte Deutschland jeweils nur den zwölften Rang im Regionenranking. Der Wert von 2014 bedeutet im Vergleich zu 2011 eine Steigerung um 250%. Auffällig ist die Anzahl besonders hoher Investitionen von mehr als 50 Mio. USD pro Einzelinvestment. Insgesamt 309 Unternehmen konnten sich frisches Kapital über dieser Marke besorgen und sicherten sich insgesamt 39,4 Mrd. USD (2013: 141 Unternehmen mit insgesamt 13 Mrd. USD). Vor allem in der späten Finanzierungsphase sind die Investitionen stark gestiegen. 48,7 Mrd. USD stellten VC-Geber in dieser Phase bereit. Im Vorjahr waren es gerade einmal 27,5 Mrd. USD. Am wenigsten Geld fließt in die Seed-Finanzierung, die sehr früh in der Start-up-Phase ansetzt. Dafür wurden 2014 weltweit 0,5 Mrd. USD bereitgestellt, 2013 waren es 0,6 Mrd. USD. „Die verstärkte Bereitschaft zu mehr finanziellem Engagement ist sicher auch eine Folge einiger erfolgreicher Börsengänge von Unternehmen, die mit VC finanziert sind“, sagt Peter Lennartz, Partner bei EY. So stieg die Zahl der Börsengänge von mit VC finanzierten Unternehmen in Europa im Jahresvergleich von 18 auf 55. Das dadurch eingenommene Kapital nahm wieder deutlich zu – von 670 Mio. auf 4,8 Mrd. USD –, getrieben vor allem durch deutsche Unternehmen. Allein der Börsengang von Rocket Internet im vierten Quartal 2014 spülte fast 1,8 Mrd. USD in die Kassen.

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Quelle

 

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