Kreativität anzapfen: Konzerne kaufen sich in Start-ups ein

Die deutsche Großindustrie beteiligt sich vermehrt an Start-ups, um von deren Kreativität zu profitieren. Jedes fünfte Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern kauft sich in Gründerfirmen ein, um Innovationen zu fördern.

Bei kleineren Unternehmen sind derartige Beteiligungsmodelle deutlich seltener anzutreffen. Nur jede zehnte Firma mit weniger als 1.000 Mitarbeitern verfolgt diese Strategie. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Industrie-Innovationsindex 2015“. Dabei handelt es sich um eine branchenübergreifende Studie, für die das Forsa-Institut im Auftrag des Spezialchemiekonzerns ALTANA 250 Topentscheider sowie 250 Berufseinsteiger in deutschen Industrieunternehmen befragt hat. Über finanzielle Beteiligungen hinaus nutzen deutsche Industrieunternehmen auch andere Formen der Vernetzung, um Innovationen zu fördern. 92% setzen dabei auf die Kooperation mit Kunden, etwa bei der gemeinsamen Produktentwicklung. 87% arbeiten mit Dienstleistern zusammen, 86% pflegen den Austausch in Verbänden. Dahinter folgen mit 77% wissenschaftliche Partnerschaften.

72% schließen sich Netzwerken beziehungsweise Think-Tanks an. Auf Partnerschaften mit anderen Industrieunternehmen setzen 63%. Auch diese Vernetzungsformen werden überdurchschnittlich häufig von Großunternehmen genutzt und weniger von mittelgroßen. In über 40% der Industrieunternehmen wird das extern erworbene Wissen jedoch nicht konsequent genutzt. Nur in 11% der Firmen wird dieses Know-how gezielt eingesetzt, in weiteren 45% trifft das zumindest zum Teil zu. Dieses Bild zeigt sich sowohl bei großen als auch mittelgroßen Industrieunternehmen. Die deutsche Industrie hat eine hohe Innovationskraft, doch im Hinblick auf den Unternehmermut gibt es noch Potenzial. Zwei von fünf Industriemanagern geben an, dass in ihrem Unternehmen nur eine geringe oder gar keine Risikobereitschaft vorhanden ist. Sehr stark ausgeprägt ist Unternehmermut nur in 14% der Firmen.

Pressemitteilung ALTANA vom 26.03.2015

Quelle

Deutsche Unternehmen im Digitalisierungsdilemma
Mittelstand will mit Zukäufen wachsen

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