25 Beispiele für die Zusammenarbeit von Großunternehmen mit Startups

Eine kurze Recherche im Internet zeigt, dass immer mehr Großunternehmen die Zusammenarbeit mit jungen, innovativen Startups suchen. Hier Textauszüge und Links zu 25 spannenden Beispielen:

Der Baugerätehersteller Kinshofer in Waakirchen arbeitet seit einiger Zeit mit Vemcon in München zusammen. Hinter der Mini-Firma stecken fünf junge Ingenieure, experimentierfreudige Experten für die Steuerungstechnik mobiler Arbeitsmaschinen. Für Kinshofer hat das Quintett eine besonders ausgeklügelte Baggersteuerung entwickelt. „Diese Zusammenarbeit ist für uns von großem Vorteil“, betont Julia Mitteregger, Marketing-Mitarbeiterin bei Kinshofer. „Was Vemcon für uns entwickelt und baut, passt perfekt zu unserem Hauptgerät. Außerdem ist die Steuerung wesentlicher innovativer als die auf dem Markt käuflichen Elemente. So können wir uns klar von der Konkurrenz abheben“, freut sich Mitteregger. Auch Vemcon profitiert mehrfach von dieser Zusammenarbeit. So konnte sich das Jungunternehmen auf der BAUMA 2013, der großen Baumaschinenmesse in München, auf dem Stand von Kinshofer dem Fachpublikum präsentieren. Ohne die Hilfe des traditionellen Herstellers wäre das nicht möglich gewesen.

Andreas Sichert, Geschäftsführer von Orcan Energy und Urban Keussen, E.ON Senior Vice President Technologie und Innovation, waren sich einig: Für beide ist die Zusammenarbeit ein Gewinn. E.ON kann seinen Kunden eine neue Innovation schneller zur Verfügung stellen – und Orcan hat Zugang zu einer großen Kundschaft und konnte sich so fest auf dem Markt positionieren.

Hochwertiger Tee-Genuss für unterwegs und fertig gepackte Einkaufsbeutel zum Abholen – diese zwei Ideen überzeugten die Jury des zweiten Start-up-Wettbewerbs zum Thema Bahnhöfe „Next Station – Future Shopping“ am 16. April in Berlin. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr innovative Antworten auf die Frage, wie das Einkaufserlebnis am Bahnhof in Zukunft aussehen könnte.

Im April 2014 hat die staatliche Eisenbahngesellschaft einige Startups aus der Schweiz und aus Deutschland zu einem “Railpitch” in einen fahrenden Zug geladen. Dabei waren auch 30 Test-Kunden geladen. Vorgestellt wurden unter anderem “SweetSpot” für ein internes Wlan im Zug, “Travel Companion” für die Sitzplatzsuche, “GoodBox” für den Online-Lebensmitteleinkauf und das Startup “parkit.ch”. “Aus Letzterem ist beispielsweise unsere SBB P+Rail Apphervorgegangen. Hierrüber können unsere Kunden per App Parkplätze suchen, finden, direkt bezahlen und gegebenenfalls verlängern – ganz ohne Papier und Kleingeld”, sagt Gerres.

Als eingefleischter Start-up-Fan outete sich Peter Schwarzenbauer, Mitglied im Vorstand der BMW Group. „Wir als Großkonzern können jede Menge von Start-ups lernen. Dazu gehört die Flexibilität, die bei unseren Langfristplänen oft auf der Strecke bleibt. Wir profitieren auch viel von der anderen Denk- und Herangehensweise junger Unternehmen, die ganz andere Fragen stellen als wir das üblicherweise tun. Das wichtigste ist aber: Start-ups zeigen uns, dass man sich auch einfach mal etwas trauen muss, auch wenn man nicht ganz genau weiß, wo die Reise hingeht. In großen Konzernen so etwas heute ja kaum mehr denkbar.“

Über Beteiligungen an jungen Unternehmen möchte der Technologiekonzern 3M (www.3m.com) an Innovationen partizipieren und sich Zugriff darauf sichern. Aus fünf Büros weltweit heraus agiert der Beteiligungsarm 3M New Ventures, erklärte Director Thomas Andrae.

Auch Siemens gehört zu den umtriebigen Venture-Investoren. Bereits seit 15 Jahren suche der Konzern intensiven Kontakt zu jungen Firmen, berichtete Dr. Sven Scheuble. Er selbst ist Vice President beim Siemens Technology to Business Center (www.ttb.siemens.com). Solche Zentren unterhalten die Münchner weltweit, um Innovationen frühzeitig zu erkennen und zu fördern. Scheuble betonte, dass Großunternehmen auch den Start-ups einiges zu bieten haben, dazu gehöre eine globale Reichweite, Industrialisierungs-Knohow und Skalierung. „Am wichtigsten ist aber: Wir können das Problem liefern“, sagte Scheuble. Denn Großkonzerne wüssten sehr gut, wo der Schuh drücke – das sei oft genau der richtige Ansatzpunkt für Start-ups.

Vor dieser Herausforderung stehen viele Unternehmen. „Steigende Energiekosten müssen durch Energieeffizienz und neue Erlösquellen kompensiert werden“, sagt Philip Mayrhofer von der enerstorage GmbH. Das junge Unternehmen ist spezialisiert auf die Planung und Finanzierung im Rahmen eines Contracting-Modells von so genannten Power-to-Heat-Anlagen. Bei diesem System wandeln Elektroheizkessel überschüssigen Strom in Dampf für industrielle Prozesse um. So werden zudem Schwankungen im Stromnetz, bedingt durch die Integration der erneuerbaren Energien, sinnvoll abgefedert. „Vornehmlich die Papier- und Chemie-Industrie hat einen hohen Bedarf an Heißwasser oder Dampf“, weiß Mitgründer Tobias Assmann. . Die erste Anlage in Bayern mit etwa zehn Megawatt-Leistung plant enerstorage gerade mit einer mittelständischen Papierfabrik. Auch das 2012 von Industrieexperten gegründete Startup gehört zur Hälfte einem mittelständischen Konzern, der Thyssen’schen Handelsgesellschaft. „Allein die Investitionen für einen Kessel belaufen sich auf etwa 1,5 Millionen Euro, das kann ein Startup allein nicht stemmen“, begründet Mayrhofer die Kooperation. Außerdem könne man von diesen viel lernen: „In den Fachabteilungen eines mittelständischen Betriebs arbeiten noch viele Generalisten, für Experten in jedem Bereich fehlt oft das Personal. Die Erfahrungen dieser Mitarbeiter sind für jedes Startup sofort nutzbar.“

Bei den SBB haben wir zum Beispiel ein Projekt mit dem Startup “JustBook” umgesetzt. Der Win für uns ist, dass wir neue Modelle der Media-Vermarktung testen können, der Win für JustBook besteht darin, dass wir ein idealer Reichweitenpartner für sie sind und ihnen helfen können, in der Schweiz einen passenden Markteintritt zu absolvieren.

Wie bleibt ein Unternehmen innovativ? Gerade für große Konzerne wie die BMW Group mit seinen mehr als 110.000 Mitarbeitern an zahlreichen Unternehmensstandorten weltweit ist das eine Herausforderung. Wie ein riesiges Containerschiff treiben solche Großkonzerne oft eher gemächlich dahin – eine neue Fahrtrichtung oder gar Kehrtwende bedeutet einigen Aufwand.

Und das ist auch einer von vielen Gründen, warum große Unternehmen vermehrt die Nähe zu Startups suchen. Junge innovative Gründer sind oft flexibler in ihren Strategien, schneller bei wichtigen Entscheidungen und kreativer im Umgang mit Problemen. Um im Bild zu bleiben: Startups sind die flinken Schlauchboote mit Außenborder im Unternehmensozean.

Nach dem Axa Innovation Campus folgt nun eine Kooperation: Der Versicherungskonzern setzt in Sachen Start-ups neuerdings auf den Startplatz und dessen Stipendien. Bereits zum achten Mal schreibt der Kölner Start-up-Inkubator Startplatz Stipendien für Gründer-Teams aus der Region aus.

Unter Deutschlands Konzernen ist ein Hunger auf Start-ups entbrannt. Während die eher IT-nahen deutschen Konzerne wie SAP und die Deutsche Telekom bereits lange im Start-up-Umfeld aktiv sind, zeigen sich inzwischen auch vermehrt klassische Industrie- und Finanzunternehmen umtriebig.

Der Marktplatz für private Unterkünfte, Wimdu, hat ein Investment im Wert von mehreren Millionen Euro vom Medienkonzern Mediaset erhalten, der dem früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gehört. Das Investment erfolgt in Form einer “Media for Equity”-Kooperation. Das bedeutet, das Wimdu Unternehmensanteile gegen Werbezeiten im Fernsehen tauscht.

Michael Daiber, Innovation Agent bei ABB Schweiz, erklärt, wie ABB mit Jungunternehmen zusammenarbeitet, welche Start-ups für den Konzern interessant sind und welche Rolle der Start-up and Tech Company Day gespielt hat, den ABB Schweiz kürzlich veranstaltete.

hub:raum ist eine im Mai 2012 in Berlin gegründete Initiative der Deutschen Telekom zur Förderung von Startups aus den Bereichen Digitale Medien, internetbasierte Geschäftsmodelle und Mobile. Stephan Böhm sprach mit Fee Beyer, die bei hub:raum seit September 2012 als Programm-Managerin für das Accelerator Program, die Betreuung der Startups sowie für Events verantwortlich ist.

Sonja Jost und ihr Team stellen komplexe chemische Wirkstoffe in wasser- statt erdölbasierten Lösungen her. Das ist nicht nur umweltschonender, sondern auch kostengünstiger. Ihr Start-up DexLeChem ging aus einer Exzellenzinitiative der TU Berlin hervor. Jetzt sind die acht jungen Mitarbeiter von der Straße des 17. Juni in den Wedding gezogen – direkt auf das Gelände von Bayer Health Care an der Müllerstraße.

Der US-Konzern Microsoft wird immer aufgeschlossener, was die Kooperation mit Apps angeht. Erst öffnete es seine Schnittstellen für Google- und Apple-Entwickler, nun steht wohl die Übernahme eines deutschen Startups an. Nach Medienberichten stehe das Unternehmen 6Wunderkinder vor einer Akquisition durch das US-Unternehmen. Das bekannteste Produkt des Startups ist die Notiz- und Erinnerungs-App Wunderlist, mit der Smartphone- und Tablet-Anwender (iOS, Android und Windows Phone) ihre Aufgaben verwalten können. Die Anwendung ist aber auch auf dem Desktop-PC (Windows und OS X) verfügbar.

Der Internet-Gigant Google verstärkt sein Engagement im Sektor 3D-Brillen. Mehr als eine halbe Milliarden Dollar fließt nun in ein Startup, dass 3D-Brillen samt dazugehöriger Software entwickelt.

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung hat Interesse an einer Zusammenarbeit mit Startups aus Sachsen angemeldet… Samsung SDI hat sich bereits in Sachsen engagiert. Im Sommer 2013 übernahm die Firma das Dresdner Hightech-Unternehmen Novaled. Es stellt sogenannte OLED her.

Dr. Johannes Graßmann und Dr. Veit Blumschein waren es leid, jede Woche im Internet nach geeigneten Verkehrsverbindungen zu suchen, um zwischen ihrer Hochschule und zu Hause zu pendeln. Sie fanden: Das geht besser. Daraus entstanden ist das internationale Reiseportal „fromAtoB“. Dabei war von Anfang an klar: Die Deutsche Bahn muss als Kooperationspartner mit an Bord. Kein Problem, wenn man die Spielregeln kennt. Denn für den Konzern gehört die Zusammenarbeit mit Start-ups (fast) zum Tagesgeschäft – wie für viele andere Großunternehmen auch.

Die Deutsche Telekom will den schnellen Internet-Zugang unterwegs durch die Nutzung privater Festnetz-Anschlüsse per WLAN massiv ausweiten. Der Telekom-Konzern kooperiert dafür in Deutschland mit dem Startup-Unternehmen Fon, das Nutzern eine einfache Möglichkeit bietet, WLAN-Netze miteinander zu teilen.

Die Plattform Soundcloud kann erstmals einen Deal mit einem der Schwergewichte der Musikbranche abschließen: Warner Music bekommt künftig Gebühren, wenn Nutzer des Streaming-Dienstes sich Musik des Labels anhören.

Mit dem Startup Camp Ruhr ist es RWE gelungen, eine Schnittstelle vom Konzern zum Startup-Markt zu schaffen. Dadurch wird eine Plattform für angehende Gründer mit direktem Konzernbezug geschaffen. Die angehenden Gründer erhalten unmittelbares, qualifiziertes Feedback von Experten innerhalb und außerhalb des Konzerns.

Dass sich ein Startup und ein Unternehmen in der Schweiz zusammenschließen ist nichts Neues. Dennoch gab es in den vergangenen Wochen mehr Meldungen über Kooperationen zwischen Startups und Großkonzernen oder Unternehmen in der Schweiz – zumindest subjektiv betrachtet. Die Unternehmen holen sich das Know-how von Startups, übernehmen deren Technologie oder spannen für temporäre Projekte zusammen.

Das ist ein wachsender Markt: große Unternehmen, die in kleine Neugründungen investieren. Vermutlich war es daher nur konsequent, dass auch hy! schließlich von einem solchen Groß-Investor gekauft wurde, der Axel Springer AG. Sie übernahm 49 Prozent von Schosswalds Start-up – eine durchaus sinnvolle Verbindung, denn so hat Springer besseren Zugang zur quirligen Szene der Gründer.

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