eHealth Summit Germany: EviveSpeech gewinnt Start-up-Slam!

Das kontinuierliche Training per App verhilft Schlaganfall-Patienten mit Sprachstörungen zu intensiveren, schnelleren Therapiemöglichkeiten

Die digitale Intensiv-Sprachtherapie für Schlaganfallpatienten EviveSpeech hat den von HIMSS Europe veranstalteten „Start-up-Slam: Traut Euch!“, supportet by McKinsey & Company, gewonnen. Der Wettbewerb fand am 12. Juni 2015 als Höhepunkt und Abschluss des erstmals im Rahmen des Hauptstadtkongress stattfindenden eHealth Summits Germany im Berliner CityCube statt. Zwölf Start-ups mit mobilen Lösungen im Healthcare-Bereich hatten je fünf Minuten Zeit, ihre Idee zu präsentieren.
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Auch wenn die Entscheidung im engen, starken Bewerber-Feld am Ende knapp war, überzeugte die hochkarätige Jury am Ende der klare Pitch von EviveSpeech-Erfinder Gerd Graumann sowie das schlagkräftige Konzept, mit dessen Hilfe den so vielen von einem Schlaganfall betroffenen Menschen geholfen werden könnte – effektiv, einfach und bezahlbar.

Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich Graumann mit Spracherkennungstechnologien, vor allem im Bereich von Callcentern. Jetzt will der IT-Experte dieses intelligente Werkzeug zusammen mit zwei weiteren Co-Foundern des Unternehmens EviveCare ins Gesundheitswesen bringen. Mit Hilfe der Anwendung EviveSpeech, deren Prototyp bereits entwickelt ist, können von einer Sprachstörung betroffene Schlaganfall-Patienten intensiv und effektiv trainieren und so ihre Sprache schneller und umfassender wieder gewinnen.

Nur zehn Prozent der jährlich 15 Millionen Schlaganfallpatienten weltweit erlangen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Folge ihre volle Gesundheit wieder zurück; Studien zeigen, dass die ersten sechs Monate nach dem Schlaganfall, in denen das Gehirn besonders aufnahmefähig ist, dabei entscheidend sind – und hier setzt EviveSpeech an. Statt lediglich ein oder zwei mal pro Woche zum Logopäden zu gehen, kann der Patient mit der Applikation zusätzlich mehrmals täglich Aussprache und Artikulation selbstständig üben. Die mobile Lösung erkennt per Spracherkennungstechnologie, ob Wörter oder Sätze richtig ausgesprochen werden und gibt entsprechendes Feedback. Videos zeigen, wie genau die entsprechenden Laute gebildet werden.

Der besondere Clou: Der virtuelle Logopäde ist über die Vernetzungsmöglichkeit EviveCloud mit dem echten stets verbunden. Übt der Patient tatsächlich? Wo liegen seine größten Schwierigkeiten? Werden Fortschritte erzielt? Übersichtliche Dokumentationen, Analysen und Reports sowie abgespeicherte Audio-Dateien ermöglichen dem Logopäden eine gezielte und deshalb effektive Anpassung der Übungen. Auch Angehörige, Ärzte und Versicherer können über das Cloud-System eingebunden werden. „Der Patient wird durch die Intensivtherapie schneller gesund, und das Gesundheitswesen spart mit Hilfe der effizienteren Therapie Kosten“ – das klare Fazit der Jury.

„Der Stellenwert dieses Preises ist sehr hoch für uns“, freut sich Start-up-Slam Gewinner Graumann über die Auszeichnung, die mit einem sechsmonatigen McKinsey-Senior Coaching inklusive Zugriff auf Daten, Kontakte und Wissen aus der Welt des Beraterunternehmens dotiert ist. „Wir werden jetzt wahrgenommen und gefunden, in der Folge habe ich bereits mehrere Anfragen von potenziellen Partnern bekommen“, sagt Graumann. Momentan steht für das Unternehmen EviveCare die Suche nach einem geeigneten Investor an. „Das Votum der Spezialisten für EviveSpeech ist natürlich gerade in Punkto Credibility eine tolle Sache.“

In der hochkarätige Jury fanden sich Vertreter aus Theorie und Praxis zusammen. Die Entscheidung fällten Dr. Henri von Blanquet, Medical Director Business Development der Molecular Health GmbH , Sebastian Muschter, Principal Regional Office Manager Berlin, McKinsey & Company, Meinhard Schmidt, CEO mt:onyx AG, sowie Prof. Dr. Burkhard Schmitz, Professor für Interaktive Systeme im Studiengang Design, Universität der Künste Berlin.

Platz zwei des Start-up-Slams: Traut euch! ging an die Jungunternehmer von „heartbeat ONE“, die mit ihrem Arzt-Informationssystem „heartbeat medical solutions“ auf innovative Art und Weise helfen wollen, den Behandlungserfolg von Therapien und Eingriffen im Krankenhaus zu dokumentieren und auszuwerten. Auf den dritten Rang kam der mit Sensoren ausgestattete Handschuh „dbGLOVE“ der Firma „INTACT healthcare“. Dieser soll tauben, stummen und/oder blinden Menschen die Kommunikation erleichtern, indem Sprache auf mobile Geräte übertragen wird.

(Quelle: HealthTech Wire)

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