Ascenion beteiligt sich an der MHH-Ausgründung Zellkraftwerk

Spitzenleistung in der Zellanalytik: 80 Biomarker pro Zelle

Die Ascenion GmbH, Technologietransfer­partner der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), hat einen Lizenz­vertrag zwischen der Zellkraftwerk GmbH und der MHH verhandelt. Damit erhält das Start-up die weltweiten, exklusiven Rechte an Switch-Antibodies, einer Technologie, die an der MHH entwickelt wurde. Im Zuge der Lizenz­verhandlungen hat Ascenion eine Beteiligung an Zellkraftwerk erworben.Zellkraftwerk wurde 2014 aus der MHH heraus gegründet, um ein innovatives Verfahren zur Charakterisierung von Zellen zu kommerzialisie­ren. Das Besondere daran: Je Zelle kann eine maximale Zahl an Markern analysiert werden, auch bei minimalen Zellmengen und Probenvolumina. „Momentan halten wir tatsächlich den Weltrekord, was die Zahl der Marker anbelangt“, so Jan Detmers, Geschäftsführer von Zellkraftwerk. „Mit anderen Verfahren lassen sich derzeit maximal rund 40 Marker pro Zelle analysieren. Wir schaffen auch das Doppelte.“

Wichtig ist das u. a. zur Erforschung und Diagnose seltener Erkrankungen. Dabei ist entscheidend, dass das Set zu prüfender Marker nicht von Anfang an feststehen muss, wie bei anderen Methoden üblich. Vielmehr kann die Analyse nach dem „stain-think-stain-Prinzip“ anhand der Resultate gesteuert und hierarchisch verfeinert werden. Nur so lassen sich seltene Zelltypen identifizieren.

Ein weiterer deutlicher Vorteil der Technologie liegt in der Haltbarkeit der Probe. Die Zellen binden an eine adhäsive Oberfläche von Mikrochips und können dann zwei Jahre lang gelagert werden, ohne dass Vitalität, Funktio­nalität und 3D-Struktur wesentlich beeinträchtigt werden. „Das löst so manches logistische und regulatorische Problem bei klinischen Studien“, so Detmers. Denn Proben können über längere Zeiträume hinweg gesammelt und dann zentral analysiert werden. Außerdem können sie später wieder verwendet werden, etwa zum Nachweis der Reproduzierbarkeit.

Das Interesse seitens der Pharma-Industrie ist entsprechend hoch. Acht der globalen Top-Ten Pharma-Unternehmen zählt Zellkraftwerk bereits zu seinen Kunden. „Dieser Erfolg zeigt, dass das Team mit seinem Produkt-Portfolio einen Nerv der Pharmaindustrie getroffen hat und sich rasch als Partner in der Arzneimittelentwicklung etablieren konnte. Möglich wurde dies nicht zuletzt durch die gründerfreundliche Umgebung an der MHH“, so Dr. Christian Stein, Geschäftsführer von Ascenion.

Ascenion hat schon früh mit dem Erfinder Dr. Christian Hennig an der MHH zusammengearbeitet, um die Technologie patentrechtlich zu schützen und eine GO-Bio-Förderung einzuwerben, die eine Fortentwicklung und Validie­rung des Ansatzes ermöglichte. Nach erfolgreicher Unternehmensgründung wurde in diesem Jahr auch die zweite Phase im Rahmen des GO-Bio-Pro­gramms bewilligt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird. Mit Hilfe der jetzt lizenzierten Switch-Antibodies kann die Zellanalyse weiter beschleunigt und automatisiert werden.

Ascenion hält jetzt insgesamt 21 Beteiligungen an Ausgründungen seiner Partnerinstitute. Sofern Ascenion Erlöse aus seinen Anteilen erzielt, werden diese an die LifeScience-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung ausgeschüttet und als Fördermittel für Forschungsprojekte der Partnereinrichtungen bereitgestellt.

(Quelle)

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