Quo Vadis FinTech? – Erfolgsfaktoren für die Finanzbranche

Das Vertrauen der Menschen in Banken hat nicht nur während der Krise 2008 und den zahlreichen, daraus resultierenden Bankenrettungen in den Jahren danach stark gelitten. Auch die mangelnde Fähigkeit der Geldinstitute, mit der Digitalisierung und ihren Kunden Schritt zu halten, hat zu einem Klima beigetragen, in dem neue Lösungsanbieter erfolgreich durchstarten: Sogenannte FinTechs setzen sich aktuell im Finanzmarkt mit Fachwissen, innovativen Services und digitalen Lösungen bei Kunden traditioneller Bankinstitute durch und gestalten das Bezahlen, die Geldanlage oder die Kreditvergabe neu.

Doch hat dieser Hype Zukunft? Im Rahmen eines FinTech-Roundtables im Oktober 2015 in München mit Hiroki Takeuchi von GoCardless und Ramin Nikbin von Exec I/O wurden drei Erfolgsfaktoren für die Finanzbranche definiert, welche langfristig den Nutzen für die Kunden im Blick haben.

1. Fokus

Die Stärke von FinTechs ist es, sich auf einen Service, den traditionell Banken anbieten, zu fokussieren und diesen an die heutigen Anforderungen der Kunden in der digitalisierten Welt anzupassen. Sie haben dafür das nötige Know-How und die nötige Flexibilität. GoCardless beispielsweise hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer digitalen Lösung Effizienz in komplexe Lastschrifttransaktionen zu bringen, um Unternehmen so wertvolle Zeit zu sparen.

Die konsequente Fokussierung auf ein Produkt oder einen Service ist ein Bonus der FinTechs, den sie nutzen sollten, um in diesem Bereich exzellente Leistung zu erbringen und letztlich die Anforderungen der Kunden zu erfüllen.

2. Infrastruktur

Viele Bankinstitute haben es versäumt, auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen und somit den Anschluss an ihre Privatkunden verloren. Aber sie verfügen nach wie vor über die notwendige Infrastruktur, auf die letztlich auch FinTechs angewiesen sind. Diese Infrastruktur gilt es zu optimieren, um damit eine entsprechende Plattform für die andockenden Services zu bieten.

„Schließlich arbeitet jedes Start-up in diesem Bereich – egal wie sehr es die Finanzbranche verändern möchte – letztlich doch wieder mit einer oder mehreren Banken zusammen“, stellt Hiroki Takeuchi von GoCardless klar. Sein FinTech Start-up zum Beispiel kooperiert mit der Royal Bank of Scotland und Barclays. Sein Modell: Banken stellen in Zukunft eine exzellente Infrastruktur bereit, während FinTechs die Schnittstelle zum Kunden perfektionieren.

3. Zusammenarbeit

Der Appell geht an beide Beteiligte: Banken müssen ernsthaft in Erwägung ziehen, mit FinTechs auch auf operativer Ebene zusammenzuarbeiten. Und FinTechs sollten diese Angebote annehmen und nicht aus Überzeugung, sie könnten es alleine schaffen, darauf verzichten. „FinTechs agieren viel flexibler und schneller. Sie sind stärker auf den Kunden und das Serviceangebot eingestellt, während Banken ein großes Kundennetzwerk mit einem funktionierenden Hintergrundapparat bereitstellen“ so Ramin Nikbin, verantwortlich für die FinTech-Konferenz Exec I/O. „So können beide Parteien voneinander profitieren.“

Kooperation auf operativer Ebene bedeutet aber auch, dass Übernahmen oder die Betätigung als Inkubator nicht im benötigten Maß dazu beitragen, innovative Lösungen schnell bereitstellen zu können. „Letztlich geht es darum, die Anforderungen der Kunden optimal zu erfüllen“, fasst Takeuchi zusammen. Ramin Nikbin ergänzt: „In der Finanzwelt der Zukunft wird es nicht um FinTech ‚oder‘ Bank gehen, sondern um das ‚und‘.“

Über GoCardless
GoCardless ist Experte für Lastschriften: Mit seinem innovativen Zahlungsnetzwerk ermöglicht es Unternehmen jeder Größe, wiederkehrende Zahlungen einfach und automatisiert abzuwickeln. Jährlich verarbeitet GoCardless bereits über eine Milliarde Euro für über 12.000 Unternehmen – vom lokalen Fitness-Studio bis hin zu Großkonzernen wie die Financial Times. Die Vorteile für Nutzer sind der Zugang zu internationalen Lastschriftzahlungen, die Verminderung fehlschlagender Zahlungen sowie das Eliminieren manueller veralteter Prozesse – und das zu transparenten Gebühren.
GoCardless wurde im Jahr 2012 in der FinTech-Metropole London gegründet. Das Unternehmen wird mit 12 Millionen Dollar von namhaften Investoren unterstützt, darunter Balderton Capital, Accel Partners, Passion Capital und Y Combinator. Im November 2014 wurde GoCardless von der britischen Regierung in die Liste der „Future Fifty“ aufgenommen.
Weitere Informationen zu GoCardless finden Sie hier: https://gocardless.de.

(Quelle: GoCardless)

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