Nicht-allergene Substanzen aus Pollen verstärken Immunreaktion

Die Forschung an Pollenallergien hat sich lange auf Allergene konzentriert – die Bestandteile von Pollen also, die Immunreaktionen auslösen. Beim Kontakt mit der Nasenschleimhaut setzen Pollen jedoch nicht nur Allergene frei, sondern auch zahlreiche andere Stoffe. In einer Pilotstudie hat ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz-Zentrums München erstmals die Wirkung dieser Substanzen auf Allergiker untersucht. Dabei zeigte sich, dass nicht-allergene Bestandteile von Pollen die Reaktion des Körpers maßgeblich beeinflussen. Das Ergebnis legt nahe, die gängige Praxis bei der Behandlung von Allergien zu überdenken. Ein Ansatz zur Verbesserung der spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) könnten Impflösungen mit rekombinanten, also biotechnologisch hergestellten, Proteinen sein. Dadurch könnte man gezielt nur das Allergen verabreichen, damit sich der Körper daran gewöhnt. Eine Therapie mittels rekombinanter Proteine wurde bisher nur für Menschen entwickelt, die allergisch gegen Bienen- und Wespengift sind.

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann
Lehrstuhl für Umweltmedizin,  Institute of Environmental Medicine, UNIKA-T, Technische Universität München
Tel. +49 89 4140 6983
claudia.traidl-hoffmann@tum.de

Presseveröffentlichung vom 10.05.2016

Quelle

Neue Analytik charakterisiert Harze und Härter
Die Cocktailparty als besondere Herausforderung für unser Gehör

Ähnliche Beiträge

Menu