Produktionsschrott wird zum Werkstoff

Titan ist ein Stoff, der schwer zu verarbeiten ist – er oxidiert, sobald er mit Sauerstoff in Berührung kommt. Deshalb kann Titan nur unter Schutzgas oder Vakuum verarbeitet werden. Das geschieht in einem großen Induktionsofen, in dem der Produktionsschrott zunächst bei 1.600 Grad Celsius eingeschmolzen und dann zu stabförmigen Körpern vergossen wird. Der in den Guss-Stücken gebundene Sauerstoff wird mit Hilfe von Calcium zu Kalk, der in der Schmelzmasse obenauf schwimmt und abgeschöpft werden kann. Damit das Material möglichst rein ist, folgt im Vakuum-Lichtbogenofen ein weiterer Prozessschritt. Darin wird es umgeschmolzen, um auch die letzten Reste des Calciums und alle gasförmigen Verunreinigungen zu entfernen. Hieraus können nun Turbinenschaufeln hergestellt werden, die nur halb so schwer sind wie herkömmliche mit Nickellegierungen.Das Aachener Recycling-Verfahren ist jetzt in einer entscheidenden Phase vor der Markteinführung. Mit Industriepartnern wird derzeit die Anwendung im größeren Maßstab vorbereitet.

Ansprechpartner:
Janik Brenk, M. Sc.
IME Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling
RWTH Aachen
Tel.: +49 241 80 95200
jbrenk@ime-aachen.de

Presseveröffentlichung vom 10.06.2016

Quelle

Weißes Licht trägt Lasereigenschaften
Chemikalien aus Holzabfällen

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