Gentests mit dem bloßen Auge

DNA-Polymerasen sind die „molekularen Kopiermaschinen“, die unsere DNA vervielfältigen. Damit sich keine Fehler ins Erbgut einschleichen, müssen sie sehr genau arbeiten. Trotzdem akzeptieren sie Bausteine, an die große Proteine gekoppelt wurden. Dies wird in der Biotechnologie genutzt, um z.B. Markierungen anzubringen. Das Team um Andreas Marx von der Universität Konstanz konnte jetzt zeigen, dass hochselektiv arbeitende DNA-Polymerasen aber auch Nukleotide in einen DNA-Strang einbauen, die mit großen Proteinen wie Meerrettich-Peroxidase verknüpft sind – obwohl diese „Fracht“ mehr als hundertmal größer ist als das Nukleotid selbst. Einzige Voraussetzung: Ein Verbindungsstück zwischen Protein und Nukleotid muss einen Mindestabstand sicherstellen. Diese erstaunliche Erkenntnis haben die Forscher ausgenutzt, um Detektionssysteme zu entwickeln, die die Anwesenheit einer spezifischen DNA oder RNA mit bloßem Auge erkennbar anzeigen. Auf diese Weise könnten beispielsweise Genabschnitte nachgewiesen werden, die mit Erbkrankheiten oder Krebserkrankungen in Zusammenhang stehen.

Ansprechpartner:
Professor Dr. Andreas Marx
Lehrstuhl für Organische Chemie / Zelluläre Chemie
Konstanz
Tel. +49 7531 88 5139
andreas.marx@uni-konstanz.de

Presseveröffentlichung vom 13.07.2016

Quelle

 

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