Wissenschaftler machen akute Entzündungen im Gehirn bei Multipler Sklerose sichtbar

Bei Multipler Sklerose richten sich Immunzellen, also Zellen des körpereigenen Abwehrsystems, gegen den Organismus, den sie eigentlich schützen sollen. Sie überwinden dazu die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, also die Wand der Blutgefäße im Gehirn, und greifen dann das zentrale Nervensystem an. Forscher nutzten jetzt erstmals bestimmte Enzyme, die Matrix-Metalloproteinasen (MMPs), um die MS-typischen Entzündungen im Gehirn darzustellen. In einer Vorstudie hatten Biologen und Biochemiker um Sprecherin Prof. Lydia Sorokin festgestellt, dass diese Enzyme eine entscheidende Rolle spielen. Sie hatten Mäuse mit einer der Multiplen Sklerose ähnlichen Erkrankung untersucht und herausgefunden: MMPs ermöglichen Immunzellen, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und ins Gehirn zu wandern, wo sie Entzündungen auslösen. In ersten Untersuchungen gelang es den Wissenschaftlern, das Verfahren auf den Menschen zu übertragen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Lydia Sorokin
Institute of Physiological Chemistry and Pathobiochemistry
Universität Münster
Tel. +49 251 83 55581/82
sorokin@uni-muenster.de

Presseveröffentlichung vom 10.11.2016

Quelle

Erster Zufallslaser aus papierbasierten Keramiken
Zeitlupen-Mikroskop verfolgt die Bewegung eines einzelnen Moleküls

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