Sprechverbot für Bakterien

Immer mehr krankheitserregende Bakterien entwickeln Resistenzen gegen die gängigen Antibiotika. Einer dieser Problemkeime ist Pseudomonas aeruginosa, der beim Menschen schwere Infektionen auslöst und gleich gegen eine ganze Reihe von Antibiotika resistent ist. Daher suchen Forscher nach Angriffspunkten für alternative Wirkstoffe, die die Bakterien schwächen. Pseudomonaden können in sogenannten Biofilmen überdauern – das sind dichte Verbünde, in denen die einzelnen Bakterien vor dem Immunsystem und Medikamenten geschützt sind. Damit die Bakterien einen solchen Biofilm bilden können, müssen sie zunächst über Signalstoffe miteinander kommunizieren. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben die dreidimensionale Struktur eines Proteins aufgelöst, das an der Bildung der Signalmoleküle beteiligt ist. Anhand dieser Struktur ist es nun möglich, passgenaue Hemmstoffe zu modellieren, die den Signalweg unterbrechen und so die Bakterien stumm schalten können.

Ansprechpartner:
Prof. Wulf Blankenfeldt
Arbeitsgruppe Struktur und Funktion der Proteine
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Braunschweig
Tel. +49 531 6181-7000
wulf.blankenfeldt@helmholtz-hzi.de

Presseveröffentlichung vom 12.09.2017

Quelle

Brustkrebs – neuer Hemmstoff, neue Hoffnung?
Der Strahl, der unsichtbar macht

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