Zukunftssicherung über Crowdfundig: Fairphone erreicht das 2,5 Millionen Euro-Ziel

Das Smartphone steht nicht unbedingt für menschenwürdige, umwelt- und ressourcenschonende Produktionsbedingungen. Eine der Ausnahmen ist das niederländische Fairphone-Unternehmen. Zur Zukunftssicherung startete die Firma eine Crowdfunding-Kampagne. Das angestrebte Ziel von 2,5 Millionen Euro wurde einen Tag vor der selbst gesetzten Frist am 15. August erreicht, berichtet DeinHandy.de im Blog.

Größte Einzelanlegerzahl auf Oneplanetcrowd

Das Geld fließt in die Verbesserung der Lieferketten und in das Wachstum der Firma. Über 1800 Unterstützer mit Beträgen zwischen 500 und 2500 Euro machten diesen Erfolg möglich. Noch nie gab es auf der Plattform Oneplanetcrowd eine so große registrierte Anzahl von Einzelanlegern. Fairphone verkaufte bislang über 160.000 Geräte. Die Unternehmen-Philosophie ist eine Produktionsweise, die Ausbeutung von Mensch und Natur vermeidet. Faire Arbeitsbedingungen in den Fabriken, nachhaltige Rohstoffgewinnung und hohe Recyclingquote heißen die Stichworte. Die so entstehenden Smartphones besitzen eine gute Technik und aktuelle Software.

Geschäftsentwicklung statt Neu-Produkt

Das aktuelle Crowdfunding-Geld fließt diesmal nicht in die Entwicklung und Produktion eines neuen Geräts. Finanziert damit werden die Ausweitung des Geschäftsbetriebs und die laufenden Kosten. Bei früheren Crowdfundings war das anders: Damals diente das Geld der Einwicklung der Fairphones 1 und 2. Der Blick in die Zukunft des Unternehmens zeigt allerdings: Die aktuell eingeworbenen 2,5 Millionen Euro reichen nicht für eine kontinuierliche Entwicklung der Firma. Die Crowdfunding-Plattform spricht sogar von einem hohen unternehmerischen Risiko.

Gewinnperspektiven der Investoren

Die Investoren des aktuellen Crowdfundings haben die Möglichkeit, Anteilseigner der Firma zu werden. Dann profitieren sie von ihrer Investition – falls der unternehmerische Erfolg wie erhofft eintritt. Vorgesehen ist: Das jetzt eingeworbene Geld erwirtschaftet fünf Prozent Zinsen jährlich und fließt innerhalb von fünf Jahren an die Geber zurück. Dabei hält sich das Unternehmen jedoch eine Möglichkeit offen. Reicht die aktuelle Finanzierung nicht aus, müssen die Geldgeber aus dem aktuellen Crowdfunding ihre Anteile verkaufen – falls mehr als 50 Prozent der anderen Anteilsnehmer das ebenfalls machen. Der Sinn dieser Regelung ist klar: Die aktuellen Crowdfunding-Teilnehmer sollen einen möglicherweise notwendigen Verkauf der Firma nicht verhindern können.

Situation des Unternehmens

Die Idee von Fairphone begeistert viele Kunden mit kritischem, reflektiertem Verbraucher-Verhalten. Unternehmerischer Erfolg jedoch entsteht daraus automatisch nicht. Bas van Abel hält mit seiner Führungsstrategie die Firma über Wasser. Große Sprünge jedoch, wie sie die Global Player der Branche bei Bedarf machen, sind mit dem finanziellen Spielraum dieses Betriebes nicht möglich. Probleme mit Zulieferern und eine unerwartet hohe Nachfrage beim Fairphone 2 sind andere Schwierigkeiten. Für den Erhalt des Unternehmens sind weitere Förderungen jetzt und in der Zukunft erforderlich.

Bild Pexels.com: Quelle

 

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