Das AgriTech Startup FarmInsect schließt sechsstellige Seed-Finanzierungsrunde ab

FarmInsect will die Landwirtschaft mit Insekten revolutionieren. Das Startup ermöglicht es Landwirten, ihr eigenes Proteinfutter aus regionalen Reststoffen mit Hilfe von Insekten herzustellen. Dadurch sparen sich Landwirte den Import von Soja und Fischmehl und werden unab-hängig vom Weltmarkt. Durch regionale Kreislaufwirtschaft werden Ressourcen effizienter genutzt und dabei CO2 und Kosten eingespart.

Seit 2017 sind sechs Insektenarten in der EU als Tierfutter zugelassen. FarmInsect hat sich auf die Schwarze Soldatenfliege spezialisiert (Black Soldier Fly). Die Larve der Schwarzen Soldatenfliege kann ein sehr breites Futterspektrum verarbeiten und ist dadurch ideal für die nachhaltige Verwertung regionaler Reststoffe.

Das Startup ermöglicht durch Kreislaufwirtschaft eine regionale und versorgungssichere Landwirtschaft, die unabhängig von globalen Versorgungsengpässen ist. Damit ist FarmInsect auf einer Linie mit den Zielen der EU, unabhängiger von Lebensmittelimporten zu werden und die Kreislaufwirtschaft zu fördern*.

Diese Ansicht teilt auch Prof. Windisch vom Lehrstuhl für Tierernährung der Technischen Universität München: „Die Kreislaufwirtschaft der landwirtschaftlichen Biomasse ist der Schlüssel zu einer umweltschonenden und ressourceneffizienten Landwirtschaft. Vor allem Insekten helfen uns beim Schließen von regionalen Kreisläufen, die mit herkömmlichen Nutztieren nur schwierig erreichbar wären. Insekten erzeugen dabei hochwertiges Eiweiß für die Verwendung als Futtermittel und Lebensmittel.“ 

Die Verwendung von Ernteresten sowie regionalen Resten der Lebensmittelproduktion ist dabei ein zentraler Bestandteil. Bei der Verwendung von regionalen Reststoffen als Futtermittel ist insbesondere die lückenlose Rückverfolgung eine große Herausforderung. Das Startup hat dazu eine IT-Plattform entwickelt, welche dem Landwirt diesen Prozess abnimmt.

„In der EU fallen jährlich Milliarden Tonnen an Lebensmittel- und Ernteresten an, die bisher nicht sinnvoll genutzt werden. Dieses Potential wollen wir heben“, erklärt FarmInsect-Gründer Thomas Kühn.

Die IT-Plattform ist mit einer Vielzahl von Sensoren verbunden und führt den Landwirt durch den gesamten Prozess der Insektenproduktion. FarmInsect bietet den Landwirten eine automatisierte Maschinenanlage für die Insektenproduktion. Landwirte benötigen daher keine Vorkenntnisse zur Insektenzucht.

Bis eine Charge Fliegenlarven ausgewachsen ist, dauert es ca. eine Woche. Anschließend können die Larven direkt an Nutztiere verfüttern oder für die Lagerung getrocknet werden. Neben den Larven fällt bei dem Prozess auch hochwertiger Kompost an, welcher den Landwirten hilft, ihre Bodenqualität zu verbessern.

Ein rundum nachhaltiges und profitables Geschäft. Das fanden auch die drei Business Angels, welche dem Startup mit einer Seed-Finanzierungsrunde beim Start in die Kommerzialisierung helfen. Insgesamt konnte das Startup eine Finanzierungsrunde im mittleren sechsstelligen Bereich abschließen. Mit dem aufgenommenen Kapital möchte das Startup die erste Pilotanlage bei einem der größten Aquakultur-Betriebe in Bayern aufstellen.

 

*Quellen:
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_20_420
https://cordis.europa.eu/programme/id/H2020_LC-SFS-17-2019

Weitere Informationen: https://farminsect.eu

LOGO © FarmInsect

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