BioTech / COVID19: EIB und Europäische Kommission stellen CureVac Finanzmittel in Höhe von 75 Mio. EUR für die Entwicklung und Ausweitung der Produktion von Impfstoffen zur Verfügung

  • BioTech: Die EIB und Europäische Kommission stellen CureVac Finanzmittel in Höhe von 75 Mio. EUR für die Entwicklung und Ausweitung der Produktion von Impfstoffen zur Verfügung
  • Die Europäische Investitionsbank und CureVac unterzeichnen eine Vereinbarung über ein Darlehen in Höhe von 75 Mio. EUR für die Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen, die auch den von CureVac gegen SARS-CoV-2 entwickelten Impfstoffkandidaten einschließt
  • Das EIB-Darlehen unterstützt CureVac bei der Fertigstellung seiner neuen Produktionsstätte für Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) in Tübingen (Deutschland)
  • Die Transaktion wird aus der Finanzierungsfazilität für Infektionskrankheiten im Rahmen von Horizont 2020, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU für den Zeitraum 2014-2020, finanziert

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und CureVac, ein biopharmazeutisches Unternehmen und Pionier in der präklinischen und klinischen Entwicklung mRNA-basierter Arzneimittel, haben eine Vereinbarung über ein Darlehen in Höhe von 75 Mio. EUR geschlossen. Damit werden die laufenden Aktivitäten des Unternehmens zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten gefördert, die auch den neuartigen Impfstoffkandidaten zur Prävention von SARS-CoV-2-Infektionen umfassen. Darüber hinaus wird das Unternehmen durch das Darlehen in seinen Bemühungen unterstützt, seine bestehenden Good Manufacturing Practice (GMP) zertifizierten Produktionskapazitäten auszubauen und die Fertigstellung seiner vierten Produktionsstätte in Tübingen (Deutschland) zu beschleunigen. Die EIB-Finanzierung wird in drei Tranchen von je 25 Mio. EUR jeweils nach Erreichen der vorab festgelegten Etappenziele bereitgestellt.

„Es braucht keine Pandemie, um zu beweisen, dass die öffentliche Gesundheit von neuen Impfstoffen enorm profitieren kann“, sagte Ambroise Fayolle, der für Innovation und Gesundheit zuständige Vizepräsident der EIB. „Aber in Zeiten wie diesen wird deutlich, wie wichtig sie sind, damit Gesellschaften weltweit funktionieren. Der einzige Ausweg aus der dramatischen Lage, mit der die Welt seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie konfrontiert ist, wäre ein sicherer und wirksamer Impfstoff. Dank unserer Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission können wir eine steigende Zahl innovativer Bio- und Medizintechnologie-Unternehmen wie CureVac mit Finanzierungen bei der Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnoselösungen unterstützen. Dies ist ein Mehrwert für Europa, und die EIB tut alles, um diesen Effekt zum Wohle der Menschen zu maximieren.“

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, erklärte: „Wir werden das Coronavirus nicht los, solange wir keinen Impfstoff dagegen haben. Deshalb ist unsere Arbeit, die wir in diesem Bereich zusammen mit internationalen Akteuren leisten, derart wichtig. Kürzlich haben wir unsere Impfstoffstrategie vorgestellt‚ um die Entwicklung, die Herstellung und den Einsatz von Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus zu beschleunigen. Seit Beginn der Pandemie haben wir die Finanzierungsfazilität für Infektionskrankheiten um 400 Mio. EUR aufgestockt, damit die EIB mehr Projekte zur Bekämpfung dieser Krankheit voranbringen kann. Mit der Unterstützung von CureVac erhöhen wir das Tempo bei unseren Bemühungen, sichere und wirksame Lösungen für alle Menschen in Europa und weltweit zu finden.“

Pierre Kemula, Chief Financial Officer von CureVac, ergänzte: „Wir freuen uns sehr über die EIB-Finanzierung. Damit können wir weiterhin in unsere mRNA-Technologieplattform zur Bekämpfung lebensbedrohlicher Krankheiten investieren. Wir arbeiten intensiv an einem sicheren, wirksamen und niedrig dosierten mRNA-Impfstoff gegen SARS-CoV-2. Im Juni haben wir mit der klinischen Phase-1-Prüfung von CVnCoV begonnen. Zudem freuen wir uns, die Fertigstellung unserer Produktionsanlange beschleunigen zu können, damit wir dringend benötigte innovative mRNA-basierte Impfstoffe in industriellem Maßstab bereitstellen können.“

Über CureVac’s mRNA-Technologieplattform

CureVacs mRNA-Technologieplattform stellt ihr Potenzial bei der Entwicklung und Herstellung von mRNA-basierten Impfstoffen und Therapeutika unter Beweis. Die RNAoptimizer®-Plattform des Unternehmens zielt darauf ab, die Eigenschaften von mRNA-basierten Medikamenten auf der Grundlage von drei Kernelementen zu optimieren: Proteindesign, mRNA-Optimierung und mRNA-Verpackung/Transport. Die Technologie kann so maßgeschneidert werden, dass sie unterschiedlich starke Immunreaktionen gegen verschiedene Antigene auslöst. Das wiederum kann die Entwicklung potenter prophylaktischer Impfstoffe zur Prävention von Infektionserkrankungen wie Tollwut sowie von Immuntherapien zur Behandlung von Krebserkrankungen ermöglichen. Die Technologie kann aber auch so angepasst werden, dass eine Immunaktivierung vermieden wird, was Anwendungsmöglichkeiten für molekulare Therapien eröffnet. Damit kann sie unter anderem neue Therapien für Patienten bieten, die an seltenen Krankheiten leiden.

Das Darlehen an CureVac wird durch die die Finanzierungsfazilität für Infektionskrankheiten (IDFF) des EU-Programms Horizont 2020 unterstützt. Die IDFF steht beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und der EIB in Zeiten einer Gesundheitskrise. Die EIB hat mit der IDFF 13 Unternehmen mit insgesamt 316 Mio. EUR an Darlehen unterstützt, die für die Entwicklung von Arzneimitteln, Impfstoffen und Diagnostika gegen verschiedene Infektionskrankheiten, allen voran das Coronavirus, eingesetzt werden.

Hintergrundinformationen

Die Europäische Investitionsbank ist eine Einrichtung der Europäischen Union zur Vergabe langfristiger Kredite und befindet sich im Besitz der EU-Mitgliedstaaten. Sie stellt langfristige Finanzierungen für tragfähige Investitionen bereit und leistet dadurch einen Beitrag zu den politischen Zielen der EU. Die EIB unterstützt auch Investitionen in Nicht-EU-Ländern.

Die Finanzierungsfazilität InnovFin – Infektionskrankheiten (IDFF) ist ein Finanzprodukt zur besseren Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der EIB-Gruppe wird im Rahmen von Horizont 2020, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU für den Zeitraum 2014-2020, durchgeführt. Über die IDFF kann die EIB für innovative Akteure, die Impfstoffe, Arzneimittel sowie medizinische und diagnostische Geräte entwickeln, aber auch für die Forschungsinfrastruktur zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten zwischen 7,5 und 75 Mio. EUR bereitstellen. Mit den Darlehen werden klinische Tests, der Marktzugang, die Entwicklung von Prototypen oder der Einsatz neuartiger Ausrüstung in industriellem Maßstab, vorklinische FuE und der Bedarf an Betriebskapital finanziert. Die IDFF wurde um 400 Mio. EUR aufgestockt, um den Ausbruch der COVID-19-Pandemie besser zu bekämpfen.

CureVac ist ein führendes biopharmazeutisches Unternehmen auf dem Gebiet der mRNA-Technologie (Boten-RNA, von engl. messenger RNA). Mit 20 Jahren Expertise arbeitet CureVac daran, dieses vielseitige Molekül für den medizinischen Einsatz zu entwickeln, zu optimieren und in klinischen Studien zu testen. Das Prinzip der proprietären CureVac-Technologie basiert auf der Nutzung von mRNA als Informationsträger, um den menschlichen Körper zur Produktion der entsprechend kodierten Proteine anzuleiten, mit welchen eine Vielzahl von Erkrankungen bekämpft werden können. Das Unternehmen setzt seine Technologien zur Entwicklung von Krebstherapien, Antikörpertherapien, prophylaktischen Impfstoffen und zur Behandlung seltener Erkrankungen ein. CureVac hat seinen Hauptsitz in Tübingen und verfügt über weitere Standorte in Frankfurt und Boston, USA.

Weitere Informationen: https://www.curevac.com

BILDRECHTE: CureVac

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