München, 24. September 2020 – Das Robotik-Unternehmen Magazino hat eine Series B Finanzierungsrunde in Höhe von 21 Millionen Euro abgeschlossen. Die Jungheinrich AG und die Europäische Investitionsbank (EIB) führen die Runde an, die bestehenden Investoren beteiligten sich ebenfalls. Das eingesammelte Kapital dient dem Ausbau der internationalen Vertriebsaktivitäten und vor allem dem Ausbau des Softwarestacks “ACROS.AI” – einer von Magazino entwickelten Softwareplattform für intelligente Roboter, welche auch auf Hardware von Drittanbietern zum Einsatz kommt.

Zusätzlich vereinbaren Jungheinrich und Magazino eine breite strategische Partnerschaft. Damit bündeln Jungheinrich als führender Lösungsanbieter für die Intralogistik und Magazino als Vorreiter bei Robotersoftware künftig ihre Kompetenzen im Bereich mobiler Automation.

Magazino ist ein hochinnovatives junges Unternehmen, das eine herausragende Kompetenz im Bereich Navigations- und Steuerungssoftware für mobile Automation hat. Die Beteiligung folgt unserer Strategie im Bereich der Automatisierung und wird einen wesentlichen Beitrag zum beschleunigten Ausbau unseres Geschäftes mit automatisierten Fahrzeugen leisten“, sagt Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG.

Automatisierung gilt als einer der größten Wachstumstreiber der Intralogistikbranche. Getrieben wird dieser Trend vom anhaltend starken Wachstum im Online-Handel und dem weltweiten Mangel an Logistikfachkräften, insbesondere Staplerfahrern.

Die Beteiligung von Jungheinrich an Magazino beweist die große Marktnachfrage nach unserer Robotik-Software ACROS.AI und unseren Robotern. Damit wird Magazino zukünftig eine zentrale Rolle als Software-Player auf dem stark wachsenden Markt der mobilen Robotik einnehmen“, sagt Frederik Brantner, CEO und Co-Founder von Magazino.

Zusätzlich zu den Investitionen der Bestandsgesellschafter sowie der Jungheinrich AG, gewährt die Europäische Investitionsbank (EIB) der Magazino GmbH eine Finanzierung von bis zu 12 Millionen Euro. Das Darlehen der EU-Bank ist durch eine Garantie des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) abgesichert. Der EFSI ist das Herzstück des Investitionsplans für Europa, in dessen Rahmen die EIB und die Europäische Kommission als strategische Partner zusammenarbeiten, um privates Kapital in Projekte zu lenken, die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft stärken. Bei vielen dieser Finanzierungen hat die EIB-Beteiligung einen wichtigen signalgebenden Effekt an private Investoren, deren Risiko durch die umfassende Analyse und den Einsatz der EU-Bank oft deutlich verringert wird.

Unser Darlehen unterstützt ein junges mittelständisches Unternehmen, das mit seiner Ausrichtung auf künstliche Intelligenz und Automatisierung für die EU von besonderem strategischem Wert ist“, sagte Ambroise Fayolle, EIB-Vizepräsident mit Verantwortung für das Geschäft in Deutschland. „Diese Sektoren sind in hohem Maße wissensbasiert und entscheidend für die künftige Innovationsfähigkeit der europäischen Industrie. Sie sind es, die unsere Wirtschaft weniger anfällig für Krisen machen. Ich freue mich ganz besonders, dass wir in einem solch herausfordernden Jahr ein Projekt fördern, das der Firma selbst zugutekommt, aber auch neue Entwicklungen bei ihren Kunden und Partnern anstoßen kann.“


Über die Jungheinrich AG

Jungheinrich, gegründet im Jahr 1953, zählt zu den weltweit führenden Lösungsanbietern für die Intralogistik. Mit einem umfassenden Portfolio an Flurförderzeugen, Automatiksystemen und Dienstleistungen bietet Jungheinrich seinen Kunden passgenaue Lösungen für die Herausforderungen der Industrie 4.0. Der Konzern mit Stammsitz in Hamburg ist weltweit in 40 Ländern mit eigenen Direktvertriebsgesellschaften und in rund 80 weiteren Ländern durch Partnerunternehmen vertreten. Jungheinrich beschäftigt weltweit 18.000 Mitarbeiter und erzielte 2019 einen Konzernumsatz von 4,07 Mrd. €. Die Jungheinrich-Aktie ist im SDAX notiert.

 

Über die Europäische Investmentbank

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Institution der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen im Besitz ihrer Mitgliedstaaten. Sie stellt langfristige Finanzierungen für solide Investitionen zur Verfügung, um zur Erreichung der politischen Ziele der EU beizutragen.

  

Über die Investitionsoffensive für Europa

Die Investitionsoffensive für Europa nutzt neue und vorhandene Finanzierungsmittel intelligenter, um EU-Prioritäten zu unterstützen. Sie ist eine der wichtigsten Maßnahmen für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa. Die EIB-Gruppe (EIB und EIF) spielt hierbei eine zentrale Rolle. Dank Garantien aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) ist sie in der Lage, einen größeren Teil des Projektrisikos zu übernehmen. Das erleichtert es privaten Geldgebern, sich ebenfalls an den Projekten zu beteiligen. Ziel der EIB-Gruppe war es, bis Ende 2020 zusätzliche Investitionen von 500 Milliarden Euro anzustoßen. Dieses Ziel hat sie bereits im Juli übertroffen. Die im Rahmen des EFSI bisher genehmigten Projekte und Vereinbarungen werden voraussichtlich Investitionen von rund 535 Milliarden Euro mobilisieren und rund 1,4 Millionen kleinen und mittelständischen Unternehmen in der gesamten Europäischen Union zugutekommen.