Drittes “Einhorn” aus der TUM – nach Celonis und Lilium gehört nun auch Personio zu den Unicorns

Milliardenbewertung für Start-up Personio

Zum dritten Mal ist eine Ausgründung der Technischen Universität München (TUM) mit mindestens einer Milliarde US-Dollar bewertet worden. Nach Celonis und Lilium gehört nun auch Personio zu diesen „Einhörnern“. Das Start-up bietet eine Software an, mit der kleine und mittelständische Unternehmen ihre Personalprozesse digitalisieren können.

Eine neue Finanzierungsrunde über 125 Millionen Dollar und eine Unternehmensbewertung von 1,7 Milliarden Dollar – diesen herausragenden Erfolg konnte Personio verkünden. Damit zählt der Anbieter von Human-Resources-Software laut „Süddeutscher Zeitung“ zu einem der wertvollsten europäischen Software-Unternehmen in privater Hand.

„Einhörner“ werden Start-ups genannt, die ohne Börsengang den Wert von einer Milliarde Dollar überschreiten, in Anspielung auf die Seltenheit der Fabelwesen. In Deutschland wurden tatsächlich erst rund ein Dutzend gesichtet – allein an der TUM jedoch bereits drei: 2018 erreichte Celonis, mit dessen Process-Mining-Software Unternehmen ihre digitalen Geschäftsprozesse analysieren können, die Milliarden-Bewertung. 2020 durchbrach Lilium, das ein elektrisches Flugtaxi entwickelt, diese Schallmauer. Beide Unternehmen waren mit TUM-Unterstützung von Absolventen gegründet worden.

Prototypen-Entwicklung am CDTM

Nun stieß Personio in den exklusiven Kreis vor. Die Gründer Hanno Renner, Ignaz Forstmeier, Roman Schumacher und Arseniy Vershinin hatten während ihres Studiums überrascht festgestellt, dass ein Großteil der kleinen und mittelständischen Unternehmen die Personalverwaltung in Akten oder langen Tabellen erledigten. Gängige Personalmanagement-Programme schienen ganz auf Großunternehmen zugeschnitten.

Zusammengekommen war das Team aus BWL- und Informatik-Studierenden am Center for Digital Technology and Management (CDTM), einer gemeinsamen Einrichtung von TUM und LMU. Das CDTM bietet das Zusatzstudium Technology Management an. Hier arbeiten interdisziplinäre Teams an Problemen aus der realen Unternehmenswelt und lernen gleichzeitig, wie man Innovationen schafft und ein eigenes Unternehmen gründet. Und hier entwickelten Renner, Forstmeier, Schumacher und Vershinin den Prototypen einer Software, die sowohl das Recruiting als auch die Personalverwaltung schneller, übersichtlicher und effizienter machen kann. Von der Stellenausschreibung über Urlaubsanträge bis hin zur Gehaltsabrechnung können Mittelständler die verschiedenen Prozesse in einem System digitalisieren.

Niederlassungen in Madrid, London und Dublin

2015 gründeten sie Personio, das eine rasante Erfolgsgeschichte schrieb. Mit derzeit rund 500 Beschäftigten in München, Madrid, London und Dublin hat das Start-up bislang mehr als 3.000 Kunden in Europa gewonnen. 2020 konnte das Unternehmen seinen Umsatz verdoppeln. „Das vergangene Jahr hat für eine rasante Beschleunigung der Digitalisierung in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen gesorgt“, sagt der heutige CEO Hanno Renner. „2020 hat außerdem gezeigt, welche entscheidende Rolle HR-Teams spielen – gerade auch deshalb, weil so viele von uns auch künftig vermehrt von zu Hause aus arbeiten werden.“

Insgesamt hat Personio bereits 250 Millionen Dollar Kapital eingesammelt. Mit dem Geld aus der jüngsten Finanzierungsrunde will das Start-up die Software weiterentwickeln und in neue Märkte wie Frankreich und Italien expandieren. Noch in diesem Jahr soll sowohl die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die Zahl der Kunden verdoppelt werden.

Weitere Informationen: www.tum.de

Bild: pixabay

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