Spanflug hat sich zum Ziel gesetzt, den Angebots- und Teilebeschaffungsprozess in der Fertigungsindustrie zu automatisieren. Dafür sind zwei Produkte im Einsatz, eine Plattform, auf der sich Kunden mit Lieferanten vernetzen und ihre Bestellung abwickeln können sowie eine Software, mit der Anbieter ihre Angebote automatisiert, schnell und transparent erstellen können.

„Wir freuen uns sehr, mit dem VDW einen idealen Partner gefunden zu haben, der in unserer Branche bestens vernetzt ist“, sagt Firmengründer Dr. Markus Westermeier. „Da beide Seiten an einer langfristigen, engen Zusammenarbeit interessiert sind, wurde sehr schnell über die inhaltliche Kooperation hinaus eine finanzielle Beteiligung des VDW ins Auge gefasst und umgesetzt“, berichtet er weiter. „Wir haben die Lösung von Spanflug mit einigen unserer Mitglieder evaluiert und festgestellt, dass die Technologie im internationalen Wettbewerb führend bei der Analyse und Kostenberechnung von CNC-Teilen ist“, ergänzt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW. „Die Beteiligung bietet großes Potenzial, sowohl für unsere Mitgliedsunternehmen und deren Kunden als auch für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland. Ziel ist es, durch die Nutzung der Spanflug-Technologie und den damit verbundenen Effizienzgewinn langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Fertigungsindustrie in Deutschland zu sichern.“ Und er fügt hinzu: „Der VDW als Verband schlägt mit der Beteiligung ebenfalls ein neues Kapitel auf, indem er in ein neues Geschäftsfeld einsteigt. Gerade in Umbruchzeiten ist es wichtig, unser Portfolio zu erweitern, weil wir damit für neue Mitglieder attraktiv sind.“

Die Fertigungsplattform von Spanflug Technologies ist spezialisiert auf CNC-Dreh- und Frästeile. Sie bietet den Kunden einen vollständig automatisierten Beschaffungsprozess von der Preiskalkulation bis zur Bestellung im Online-Shop. Der Kunde bekommt bei seiner Anfrage sofort Preis und Lieferzeit angezeigt. „Unsere Software kalkuliert den Preis automatisiert auf Basis eines CAD-Modells und einer technischen Zeichnung“, erläutert Dr. Adrian Lewis, Mitgründer von Spanflug. „Gibt es Änderungen in der Konstruktion, kann sofort der neue Preis berechnet werden. Wir schaffen es aktuell, für über 90 Prozent der Bauteile im Markt automatisch Angebotspreise zu berechnen. Dahinter steht ein selbst entwickelter Preisalgorithmus, den wir ständig verbessern, um noch mehr Bauteile automatisch bearbeiten zu können“, sagt er. Inzwischen bestellen über 1.000 Kunden Bauteile auf der Plattform, und es wurden Preise für mehr als 100.000 Fertigungsteile kalkuliert.

An die Plattform angeschlossen ist bereits ein großes Netzwerk von mehr als 70 leistungsfähigen Fertigungsbetrieben aus Deutschland und Österreich. „Darauf legen wir großen Wert, damit die Qualität stimmt und eine schnelle Lieferung sichergestellt ist“, bekräftigt Lewis. Vorteil für den Kunden: Er kann den gesamten Bestellvorgang von Tagen auf wenige Minuten verkürzen, spart bei der Lieferantensuche Zeit und minimiert seinen Aufwand für Kommunikation und Qualifizierung der Lieferanten. Das senkt die Nebenkosten in der Beschaffung. Die Fertigungsbetriebe ihrerseits können ungenutzte Kapazitäten eliminieren und Vertriebs- und Marketingkosten einsparen.

Das zweite Standbein von Spanflug setzt auf der Plattform auf und ist die automatische Preiskalkulation für Fertigungsbetriebe als Software-as-a-Service. Mit dieser Software können Fertigungsbetriebe ihre Angebotskalkulation in wenigen Schritten automatisieren und für Ihren Betrieb optimierte Angebote per Mausklick erstellen.

Die Gründer von Spanflug sehen großes Potenzial in der Automatisierung der Kalkulation, sowohl auf Kundenseite als auch aus Sicht der Fertigungsbetriebe. Mit der VDW-Beteiligung möchten sie die Entwicklung ihrer Plattform-Technologie noch schneller vorantreiben und unter Einbeziehung der Werkzeugmaschinenhersteller deutlich ausbauen. „Der VDW bringt umfassende Branchenkenntnisse mit und ist für uns somit der ideale Partner auf diesem Weg. Schon seit Aufnahme der Gespräche profitieren wir zunehmend vom Netzwerk des VDW und dem engen Austausch mit der Werkzeugmaschinenindustrie“, sagt Westermeier abschließend.

Hintergrund

Über den VDW

Der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) mit Sitz in Frankfurt am Main ist seit 130 Jahren Sprecher der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie. Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung sind der Schlüssel für die moderne Industrieproduktion. Gemeinsam mit dem Fachverband Werkzeugmaschinen- und Fertigungssysteme im VDMA zählt der VDW etwa 300 vorwiegend mittelständische Mitglieder. Sie repräsentieren ca. 90 Prozent des Gesamtumsatzes in der Branche.

Der VDW vertritt seine Mitglieder gegenüber Öffentlichkeit, Politik, Geschäftspartnern und Wissenschaft, national und international. Er ist außerdem kompetenter Dienstleister bei der Erschließung von Absatzmärkten, Konjunkturbeobachtung und Marktdatenerfassung, technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen, für die Zusammenarbeit mit der internationalen Werkzeugmaschinenindustrie, Normung und Nachwuchswerbung. Auf Basis profunder Branchenkenntnisse informiert er und bietet Beratung und Unterstützung bei individuellen Fragen und Problemen. Zudem organisiert der VDW seit genau 100 Jahren Messen für die Branche. Mit dem Gütesiegel „Eine Messe des VDW“ veranstaltet er die METAV in Düsseldorf, Internationale Messe für Technologien der Metallbearbeitung (nächster Termin METAV digital vom 23. bis 26. März 2021) und im Auftrag des europäischen Werkzeugmaschinenverbands Cecimo die EMO Hannover (nächster Termin September 2023). Darüber hinaus unterstützt er seine Mitglieder bei der Erschließung von Auslandsmärkten. Zum einen beantragt er beim Wirtschaftsministerium Bundesbeteiligungen für die wichtigsten Messen weltweit. Zum anderen organisiert er unter dem Motto „Innovationen in der Fertigungstechnik – Werkzeugmaschinen aus Deutschland“ seit vielen Jahren Technologiesymposien in wichtigen Märkten. Die Teilnehmer präsentieren exklusiv ihre Kompetenzen den relevanten Abnehmerbranchen des jeweiligen Landes.

Nachwuchswerbung für die Werkzeugmaschinenindustrie ist in der Nachwuchsstiftung Maschinenbau angesiedelt. Das VDW-Forschungsinstitut organisiert in enger Zusammen-arbeit mit führenden Hochschulinstituten die Gemeinschaftsforschung für die Branche. Die IndustryArena, eine Tochtergesellschaft des VDW, bietet das größte Online-Portal für die Fertigungsindustrie mit internationalen Anbieter- und Produktinformationen. Registriert sind über 530.000 Nutzer weltweit.

Über Spanflug

Die Spanflug Technologies GmbH ist Betreiber einer Fertigungsplattform für CNC-Dreh- und Frästeile. Spanflug bietet Kunden einen vollständig automatisierten Beschaffungsprozess von der Sofort-Preiskalkulation bis zur Bestellung im Online-Shop. Die CNC-Bauteile werden ausschließlich bei qualifizierten Lieferanten in Deutschland gefertigt. Darüber hinaus bietet Spanflug die Kalkulationssoftware Spanflug für Fertiger als Software-as-a-Service für CNC-Fertigungsbetriebe an. Mit der Software können Fertigungsbetriebe Ihre Angebotskalkulation in wenigen Schritten automatisieren und Angebotspreise schnell und effizient per Mausklick kalkulieren. Ziel von Spanflug ist es, den aufwändigen Beschaffungsprozess für Kunden und Lieferanten so schnell und einfach wie möglich zu gestalten und so die Digitalisierung der Fertigungsindustrie voranzubringen. Das Unternehmen ist eine Ausgründung aus dem Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) der Technischen Universität München (TUM) und nahm am Inkubator-Programm Xpreneurs des Gründungsnetzwerks UnternehmerTUM teil. Spanflug wird unterstützt von der Initiative for Industrial Innovators.
Weitere Informationen unter spanflug.de.

Weitere Informationen: https://vdw.de

Bild: Dr. Johannes Schmalz (links) und Dr. Markus Westermeier (Mitte) entwickelten die Idee zu Spanflug nach Ihrer Promotion am iwb der TU München und gründeten das Unternehmen im Januar 2018 gemeinsam mit Dr. Adrian Lewis (rechts). (c) Spanflug, Bildquelle: https://vdw.de