Software: Wiener Startup Visplore erhält 1 Mio. Euro von btov Partners‘ Industrial Technologies Fonds für seine innovative grafische Analysesoftware

Visplore sammelt 1 Mio. Euro ein und macht aus Ingenieuren Data Scientists

 

  • Mit der Software Visplore können IngenieurInnen aus Industrie 4.0 und Energiewirtschaft die stark wachsende Datenmenge selbständig und effizient analysieren
  • Das Start-up ermöglicht Kunden einen einfachen Zugang zu neuen Erkenntnissen aus Mess- und Simulationsdaten
  • Visplore ist ein Spin-Off des Forschungszentrums VRVis und bereits bei über 20 Firmen im Einsatz
  • Die Finanzierung von btov Partners beschleunigt den Wachstumskurs, um sich mit einem neuen Freemium-Modell auch im KMU-Segment zu etablieren

Wien, 25. Februar 2020. Das Wiener Start-up Visplore hat für seine innovative grafische Analysesoftware eine Finanzierung in Höhe von 1 Mio. Euro von btov Partners‘ Industrial Technologies Fonds eingesammelt. Visplore richtet sich vorwiegend an die produzierende Industrie und Energiewirtschaft. In diesen Bereichen wachsen durch die zunehmende Digitalisierung die Datenmengen aus Maschinen, Zählern und Simulationen rasch an und überfordern vielfach die bisher eingesetzten Programme.

Die Software Visplore ermöglicht eine schnellere Analyse großer Mess- und Simulationsdaten als mit Excel, klassischer Statistiksoftware oder Business Intelligence Software. So können Ingenieure und Experten aus der Prozesstechnologie, dem Qualitätswesen oder der Instandhaltung selbständig Analysen von Maschinendaten und anderen IoT Quellen effizient durchführen, die bislang vorwiegend ausgebildeten Data Scientists vorbehalten waren. Die Einsatzbereiche reichen von der Prozessoptimierung über die Fehleranalyse bis zur Modellerstellung.

Harald Piringer, Gründer und CEO der Visplore GmbH, sagt: „Viele Unternehmen denken beim Thema Digitalisierung vor allem an Künstliche Intelligenz. Dabei wird oft stark unterschätzt, welches Potential sich erschließt, wenn die Experten und Technologen jenes Wissen hätten, das in den bereits gesammelten Daten enthalten ist. Allerdings wird das für nicht-Data Scientists mit gewohnten Tools wie Excel zunehmend schwieriger bzw. aufgrund der Größe der Daten unmöglich. Daher ist es unser Ziel, eine ‚explorative Analyse‘ zu ermöglichen. Das bedeutet, in den Daten einfach und intuitiv auf Entdeckungsreise zu gehen, um unbekannte Muster und Zusammenhänge zu erkennen. Das eröffnet einen völlig neuen Zugang zum eigenen Datenschatz und beschleunigt Innovation. Und auch Data Scientists lernen durch Visplore ihre Daten rascher und tiefer kennen, was letztlich zu besseren KI-Modellen führt.“

Visplore unterscheidet sich vom Aufbau wesentlich von anderen grafischen Werkzeugen wie etwa Business Intelligence Software, indem es vorkonfigurierte und sofort einsetzbare Analyseoberflächen bietet. So kommen die Benutzer in Minuten von der Datenbasis zum Erkennen und Verstehen komplexer Zusammenhänge. Dabei erlaubt Visplore ein flüssiges Arbeiten mit Millionen von Messwerten und erleichtert den Umgang mit unsauberen Daten wie etwa Messfehlern und Lücken.

Visplore entstammt einem Spin-Off aus dem Wiener Forschungszentrum VRVis. Dort legte Harald Piringer mit seinem Team in 50 Personenjahren an international ausgezeichneter Spitzenforschung sowie in enger Zusammenarbeit mit Firmen wie etwa AVL List, Austrian Power Grid, RHI Magnesita und anderen die Basis für das heutige Produkt. Im Juni 2020 gründete Piringer gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Mühlbacher und unter Beteiligung von VRVis die Visplore GmbH, um sich auf die Weiterentwicklung und Vermarktung zu konzentrieren. „Als Visual Computing-Kompetenzzentrum gießt VRVis neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in anwendungsorientierte Lösungen für unsere Unternehmenspartner“, sagt VRVis Geschäftsführer Gerd Hesina. „Visplore ist ein Musterbeispiel, wie Ergebnisse aus unserer Spitzenforschung rund um Visual Analytics in ein marktfähiges Produkt und ein kompetitives Unternehmen übersetzt wird.“

Heute ist Visplore bereits bei über 20 Unternehmen über unterschiedlichste Industrien hinweg in Österreich, Deutschland und Belgien im Einsatz, darunter etwa dem Stromerzeuger Verbund, dem Papierhersteller Mondi, sowie dem Forschungsdienstleister AIT. Der Nutzen für die Kunden ergibt sich aus der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse, beispielsweise durch Energieeinsparungen bei Prozessen, weniger Ausschuss und reduzierten Stillstandzeiten dank rascher Fehleranalysen. Beim Weltmarktführer im Bereich Feuerfest, RHI Magnesita, ist Visplore die Standardsoftware im Qualitätswesen. Viele Anwender schätzen die Zeitersparnis, die Visplore beim Verstehen, Aufbereiten und Auswerten großer Messdaten bringt.

„Visplore ermöglicht es Fachexperten wie etwa Prozessingenieuren ohne oder mit nur sehr beschränkten Programmierkenntnissen, sogenannten Citizen Data Scientists, schnell und interaktiv Erkenntnisse aus großen Mengen von z.B. Sensordaten zu gewinnen. Dies ist besonders relevant, da gerade diese Personengruppe über besondere Prozesskenntnisse in einem Betrieb verfügt. Visplore konnte bereits in den ersten Monaten nach der Gründung einige renommierte Kunden gewinnen und hat aus unserer Sicht gute Chancen ein führender Player im Bereich der hoch performanten Industrial Visual Analytics Software zu werden“, sagt Benedikt Kronberger, der bei btov Partners die Investition in Visplore begleitete.

Visplore ist auf der Website der Firma (www.visplore.com) in einer kostenlosen Version für jeden Windows Nutzer verfügbar. „Wie leichtgewichtig komplexe Analysen plötzlich werden, versteht man am besten, wenn man es selbst ausprobiert. Daher haben wir uns durch ein ‘Freemium’ Modell bewusst in Richtung KMUs verbreitert. Zudem wollen wir auch Forschungseinrichtungen und Studierenden einen einfachen Zugang zu visueller Datenanalyse geben“, meint dazu Thomas Mühlbacher, CTO und Co-Gründer. Dieser kostenlosen Version liegt unter anderem ein Datenbeispiel bei, mit dem Benutzer die Entwicklung der täglichen Fallzahlen von Covid-19 für alle Länder der Welt selbst analysieren und die Geschichte der Pandemie dadurch besser verstehen können.

Mit der Finanzierung von btov Partners wird die Visplore GmbH ihr Team in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Entwicklung ausbauen, um den Wachstumskurs weiter zu beschleunigen. Entwicklungsseitig stellt die Anbindung weiterer Datenquellen und Plattformen einen Schwerpunkt dar, auch wenn Visplore bereits jetzt mit diversen Datenbanken und Plattformen wie etwa Python, Matlab und R integriert ist. Langfristiges Ziel der Gründer ist es, Visplore als Standardwerkzeug für intuitive Datenanalyse im Ingenieursbereich weltweit zu etablieren.

 

 

Über Visplore

 

Die Visplore GmbH wurde im Juni 2020 als Spin-Off des Wiener Forschungszentrums VRVis gegründet. Kernprodukt ist eine visuelle Analyse-Lösung, die Citizen-Data-Scientists im Industrie- und Energiesektor neue Erkenntnisse aus großen Datenmengen aus Maschinen, Sensoren und Simulationen intuitiv ermöglicht. Die Lösung basiert auf 50 Personenjahren an anwendungsnaher Forschung und Entwicklung, die mehrfach international ausgezeichnet wurde. Visplore hat über 20 Kunden, die aus Österreich, Deutschland, und Belgien kommen. Neben dem Einstieg von btov Partners konzentriert sich die Visplore GmbH derzeit auf die Verbreiterung des Geschäftsmodells in Richtung KMUs durch ein neues Freemium Produkt. Weitere Informationen unter www.visplore.com

 

Über VRVis

 

VRVis ist Österreichs führende Forschungseinrichtung auf dem Gebiet des Visual Computing und betreibt mit seinen über 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen und Universitäten innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Das VRVis ist ein Kompetenzzentrum, welches im Rahmen des COMET-Programms durch BMK, BMDW, Land Steiermark, Steirische Wirtschaftsförderung – SFG, Land Tirol und Wirtschaftsagentur Wien – Ein Fonds der Stadt Wien gefördert wird. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt. Weitere Informationen unter www.vrvis.at

 

Über btov Partners

btov Partners, gegründet im Jahr 2000, ist eine europäische Venture-Capital-Gesellschaft, die sich auf digitale und industrielle Technologien konzentriert. btov’s Netzwerk von unternehmerischen Privatinvestoren bietet ihre einzigartige Expertise und Zugang zu nicht-offensichtlichen Investment Themen und Gründern. Der btov Industrial Technologies Fund konzentriert sich auf Hard- und Softwareinnovationen mit industriellen Anwendungsfällen wie Automatisierung, Robotik, Datenanalyse, industrielle KI, additive Fertigung und Quantencomputing. Der btov Digital Technologies Fund konzentriert sich auf Startups in den Bereichen KI, Fintech, SaaS, Logistik und digitale Marktplätze. btov hat sehr früh Innovationswellen wie Machine Learning oder Fintech gesehen und ist einer der erfolgreichsten Geldgeber von KI-Unternehmen in Europa.

Das Unternehmen mit Büros in Berlin, München, St. Gallen und Luxemburg verwaltet ein Vermögen von 450 Millionen Euro. Das Netzwerk der privaten Investoren besteht aus 250 erfahrenen Unternehmern und Führungskräften aus ganz Europa. Zu den bekanntesten Investments gehören Blacklane, Data Artisans, DeepL, Facebook, Foodspring, ORCAM, Raisin, SumUp, Volocopter und XING. Weitere Informationen unter www.btov.vc

 

 

Details finden Sie hier: www.visplore.com

Bild: Visplore Gründer Harald Piringer und Thomas Mühlbacher (c) Visplore

 

 

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